Ermutigungen

Gehen lassen

 

 

„Und jetzt kommt das Wichtigste!“ sagte meine Großmutter beim Backen früher oder später. Meistens kamen diese Worte, wenn sie aus der Schublade ein sauberes Geschirrtuch holte, es ein wenig anfeuchtete und dann über die große Rührschüssel mit dem Hefeteig legte.

„Und jetzt kommt das Wichtigste!“ Und obwohl wir Kinder längst wussten, was es war, schauten wir sie immer fragend an und sie sagte: „Nix! Gehen lassen!“ und wuchtete die Schüssel zur Seite.

Ich kann mich noch genau erinnern, dass dieser Moment mich faszinierte: Wie konnte „Nix! Gehen lassen!“ das Wichtigste sein, wo der Teig bis jetzt so viel Arbeit gemacht hatte.

Dieser Text von Oliver Spies wurde im Kalender „Wandeln. Mein Fasten-Wegweiser 2020“ des Vereins „Andere Zeiten“ veröffentlicht.

„Gehen lassen“ – Was bedeutet das zur Zeit für mich?

Alles Gute wünscht Euch Daniela Oberhettinger

Wenn ich rausgehe…

 

 

Wenn ich rausgehe, dann höre ich weniger Geräusche als sonst.

Wenn ich rausgehe, dann sehe ich den Frühling.

Wenn ich rausgehe, stelle ich fest, dass am Himmel fast keine Flugzeuge kreisen und die Luft weniger verschmutzt wird.

Wenn ich rausgehe, freue ich mich über die Sonne und die Natur.

Wenn ich rausgehe, dann denke ich, die Natur kennt keine ANGST UND KEINE SORGEN!

Wir sollten uns ein Beispiel an ihr nehmen, wenn wir RAUSGEHEN!

 

Zuversicht

 

 

Ich habe sie immer schon bewundert – diese Rennrodler, die auf dem Bauch mit dem Kopf nach vorne durch den Eiskanal sausen. „Skeleton“ (Skelett) heißt diese Sportart – wahrscheinlich weil man dabei „todesmutig“ sein muss.

Die beiden Jungen auf dem Skateboard erinnern mich an diese Rennrodler. Auf dem Skateboard geht’s leicht bergab. Aber die beiden schauen lachend nach vorne. Sie scheinen keine Angst zu haben, dass sie stürzen oder gegen ein Hindernis fahren.

Es sieht gefährlich aus, was sie machen, aber sie sind ja zu zweit und sie haben die Arme weit ausgebreitet. Sie sind zuversichtlich, dass ihre Fahrt gut ausgehen wird. Vielleicht sehen sie schon, dass sie sanft landen werden.

Mir geht es in diesen Wochen ähnlich. Ich will nicht leichtsinnig sein, mich an die vorgegebenen Regeln halten, die gerade gelten. Aber ich muss aufpassen: aus Vorsicht wird schnell Angst und Panik.

Die Jungen auf dem Foto erinnern mich daran, dass ich mir auch in so schwierigen Zeiten wie sie jetzt sind, keine Sorgen zu machen brauche. Ich kann lächelnd nach vorne sehen, auch wenn's bergab zu gehen scheint. Denn ich bin nicht allein. Ich fühle mich beschützt und geborgen. Ich weiß: Es wird gut ausgehen, wenn wir alle zusammenhalten.

(Diakonisse Gabriele Dunkel-Hirmer)

Vergiss die Freude nicht

 

 

Jasmin aus der Klasse 5a der Realschule ermutigt uns, die Freude auch in diesen besonderen Tagen nicht zu vergessen.

Freitagabend im Supermarkt

 

 

Am vergangenen Freitag war ich gegen 20 Uhr in einem Supermarkt in Edenkoben einkaufen. Der Markt war um diese Uhrzeit fast ohne Kunden, aber unglaublich viele Mitarbeiter waren tätig und haben die Regale besonders beim Klopapier und bei der H-Milch aufgefüllt. Diese Mitarbeiter hatten keine Furcht, sondern haben kraftvoll mit Liebe und Klugheit – 1,5 Meter Abstand zum Kunden – gearbeitet. Gott war für mich bei diesem Einkauf spürbar. Spürbar in dieser Haltung der Furchtlosigkeit, powervollen Liebe und Weisheit. So wie Paulus es einmal gesagt hat: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (1. Tim 1,7).

(Jens Dölschner, Pfr.)

 

 

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