AN-GEDACHT

An der Hand Gottes leben - An-Gedacht im Oktober 2020

 

 

Edith Stein und ich feiern beide unsere Geburtstage in der ersten Oktoberhälfte.

An meinem Festtag durfte ich mich über viele Glück- und Segenswünsche freuen.
Zwei Gratulantinnen haben mir geschrieben: "Bleib, wie Du bist!"

Zunächst habe ich mich sehr über diesen Satz gefreut.
Offensichtlich mögen mich die beiden und finden mich sympathisch. Das tut gut.
Aber dieses Kompliment hat mich beschäftigt. -
Will ich wirklich so bleiben, wie ich bin?
Ich kenne meine Unzulänglichkeiten, Schwächen und Fehler. Und ich wäre froh, wenn ich in mancher Hinsicht so ganz anders wäre. Ich sehe viele Baustellen ...

Ein kurzer Text fiel mir in diesen Tagen (zufällig?) in die Hand; ein Satz Edith Steins: "Es ist im Grunde immer eine kleine einfache Wahrheit, die ich zu sagen habe: Wie man es anfangen kann, an der Hand des Herrn zu leben."

Eine Heilige kommentiert meine Gedanken. - Edith Stein, eine Frau, die ihr Leben lang auf der Suche war. Sie studierte intensiv, übersetzte und diskutierte, sie fragte nach. Mehrfach wechselte sie Studienorte und Wohnsitze. Sie war erstaunlich flexibel und mobil. Edith Stein verharrte jedoch nicht im Theoretisieren und Nachdenken. Sie wollte nicht so bleiben, wie sie war. Sie traf tiefgreifende Entscheidungen und zog Konsequenzen für ihr alltägliches Leben. Nach vielen Fragen fand sie die Antwort im christlichen Glauben. Wie ein Kind legte sie ihre Hand in die Hand Gottes. Mit ihm ging sie ihren Weg, voll Vertrauen und Zuversicht.

Gott reicht auch mir seine Hand.

(Daniela Oberhettinger; Bildquelle: Pixabay.com)

 

 

Mai im September - An-Gedacht im September 2020

 

 

Gestern war noch einmal Mai. Die Patenkinder von meiner Frau und mir feierten mit ihren beiden Geschwistern Konfirmation. Eigentlich sollte der Gottesdienst im Mai gefeiert werden. Nun wurde September daraus. Eigentlich sollten alle Konfirmanden der Gemeinde in einem Gottesdienst gesegnet werden. Nun standen die Vier alleine vor Kanzel und Altar. Eigentlich sollte es ein großes Fest mit Familie, Verwandten und Freunden werden. Nun war es ein kleines Fest der Kernfamilie und der Paten.

Es war schön zu sehen, wie unsere Vier trotz der Änderungen den Gottesdienst mit ihren musikalischen Beiträgen, ihren Gedanken und kreativen Ideen bereicherten. Es war berührend, wie sie ihr Ja zu Gott sprachen und sich unter den Segen Gottes stellten. Es war beglückend zur hören, wie ihre biblischen Konfirmationssprüche ihnen Mut für ihr Leben machen. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir“, spricht Gott (aus Jes 43), war z.B. ein Spruch, den sie sich gewählt hatten. Es war schön wahrzunehmen, dass die Vier so voller Lebensfreude strahlten.

Diese Lebensfreude und dieser Mut unserer Patenkinder und ihrer Geschwister haben uns gestern angesteckt und gestärkt für die Herbststürme, die nun mit oder ohne Corona kommen werden. Manch eine Schülerin feiert in diesen Wochen mit ihre Familie Konfirmation oder Firmung. Die Kraft des Wonnemonats Mai wird so mitten im September spürbar.

(von Pfr. Jens Dölschner)

 

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